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Synonym:
 | CJK |
 | Creutzfeldt-Jakob-Disease (CJD) |
 | transmissible virus dementia |
Epidemiologie:
 | weltweites Vorkommen |
 | keine Geschlechterdisposition |
 | familiäre Häufungen beschrieben |
 | ethnische Disposition beschrieben: 30fache Häufung bei Juden Libyens |
TSE (transmissiblen spongiformen Enzephalopathien)
 | diese Gruppe umfaßt übertragbare
schwammartige Gehirnveränderung bei Menschen und Tieren:
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 | Manifestationen bei Menschen:
 | Creutzfeldt-Jakob-Krankheit:
 | sporadische Form (sCJK):
 | erstmals 1920 beschrieben |
 | Ursachen:
 | vermutlich durch Hirnhaut- und Hornhauttransplantationen |
 | erbliche Verläufe |
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 | Hirngewebe wird durch Zellzerfall und
Eiweißablagerungen geschädigt |
 | langsam progredienter Verlust zunächst der geistig-kognitiven, im
Verlauf auch der
motorischen Fähigkeiten |
 | Prognose infaust (meist binnen sechs Monaten tödlich) |
 | oft ältere Patienten betroffen
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 | neue Form der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (New
Variant=nvCJK)
 | 1996 erstmals in
Großbritannien aufgetreten |
 | zeitlicher Zusammenhang mit dem erstmaligen Auftreten von BSE:
wahrscheinlich wurde die BSE-Epidemie über eine orale Infektion
(Verzehr von BSE-Rindfleisch) ausgelöst
 | 565 (RKI) bis 900 (SZG) erfaßte Fälle in Deutschland
(1994-2002) |
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 | oft jüngere Patienten betroffen (meist um das 30. Lebensjahr) |
 | Prognose infaust (im Durchschnitt 12 bis 14 Monate Krankheitsdauer)
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Kuru-Erkrankung
 | endemisch im Hochland von Papua Neuguinea |
 | Ursache: kannibalische Riten:
 | vor allem Frauen und Kinder betroffen, die im Rahmen
religiöser Riten das menschliches Gehirn ihrer verstorbenen
Angerhörigen essen |
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nach dem Verbot des Kannibalismus ist die Krankheit verschwunden |
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 | Prognose infaust: meist innerhalb 6-9 Monaten letal |
 | zerebelläre Ataxie mit auffällig starkem
Tremor |
 | selten mit Demenz
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 | Gerstmann-Sträußler-Scheinker-Syndrom (=GSS)
 | Klinik: primär Koordinationsstörungen, später Demenz |
 | genetische Dispositionen: spezifische Mutationen auf dem Chromosom
20 |
 | weltweit sind etwa 50 Familien betroffen
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 | fatale familiäre Insomnie (=FFI, fatal familial
insomnia)
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 | Manifestationen bei Tieren:
 | Traberkrankheit (engl. scrapie, franz. la
tremblante)
 | erstmals 1759 in Deutschland bei Schafen beschrieben |
 | Symptome: Bewegungsstörungen, Schüttellähmungen und Kratzen
(daher aus dem Englischen: Scrapie) |
 | Übertragungen vom Muttertier auf das Lamm und von Tier zu Tier
sind beschrieben |
 | genetische Komponenten spielen eine Rolle (hochgezüchtete
Wollschaf-Rassen leiden häufiger an Scrapie als Fleischschafe und
Landrassen |
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 | Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE, Rinder betroffen):
 | seit Mitte der achtziger Jahre vor allem in Großbritannien
aufgetreten |
 | Ursache ist wahrscheinlich die Verfütterung von Tiermehl, das aus
mit von Traberkrankheit infizierten Schafen hergestellt wurde |
 | Symptome: Ängstlichkeit, Kopfscheuheit, Muskelzittern, Ataxie, Stürze |
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 | Feline Spongiforme Enzephalopathie (FSE, Katzen betroffen):
 | wie bei der nvCJD besteht ein zeitlicher Zusammenhang mit dem
erstmaligen Auftreten von BSE: wahrscheinlich wurde auch die die FSE-Erkrankung über eine orale Infektion (Verzehr von
BSE-Rindfleisch) ausgelöst |
 | betroffen sind Hauskatzen und Wildkatzen die (zumindest als
Jungtier) in Großbritannien gehalten wurden und mit rohen
Schlachtabfällen gefüttert wurden |
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 | Chronisch Zehrende Hirschkrankheit (CWD, chronic wasting disease) |
 | Transmissible Nerz-Enzephalopathie (TME, transmissible mink
encephalopathy) |
 | Exotische Huftier-Enzephalopathie (EUE, exotic ungulate
encephalopathy) |
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Übertragung:
 | genetische Dispositionen beschrieben (Scrapie,
Gerstmann-Sträußler-Scheinker-Syndrom) |
 | Kannibalismus (Kuru) |
 | Verzehr von infizierten Nahrungsmitteln,
hauptsächlich Nervengewebe (z.B. Rinderhirn) →
BSE (bovine spongiforme
Enzephalitis) |
 | iatrogen (wenige Fälle bekannt):
 | Korneatransplantationen |
 | Anwendung von Silberelektroden im Rahmen stereotaktischer
EEG-Untersuchungen |
 | neurochirurgische Eingriffen |
 | Gabe von humanem
Wachstumshormon, seit Einführung rekombinanten Wachstumshormons keine
Gefährdung mehr! |
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Inkubationszeit:
 | geschätzt 5-50 Jahre |
Erreger:
 | es gibt 2 Konformationsisomere der Prionen (proteinartige infektiöse Partikel
= proteinaceous infectious particles):
 | unterscheiden sich nur in der räumlichen Struktur |
 | identische chemische Eigenschaften |
 | Prionenhypothese von Stanley Prusiner:
 | erhielt den Max-Planck-Forschungspreis, den Paul-Ehrlich-Preis,
die Robert-Koch-Medaille und den Nobelpreis für Medizin
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nichtinfektiöse Form (PrPC, Prion Protein Cellular):
 | wird physiologischerweise im Körper gebildet |
 | keine Krankheitsrelevanz! |
 | 254 Aminosäuren (Rind) |
 | α-Helix-Struktur |
 | Vorkommen in den Zellen des ZNS |
 | Funktion nicht bekannt (Vermutung: kupferbindendes Protein mit
Schutzfunktion vor
oxidativem Stress oder an synaptischen Interaktionen beteiligt) |
 | leichte Abbaubarkeit durch Proteasen |
 | gute Löslichkeit
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potentiell infektiöse Form (PrPSc, Prion Protein Scrapie-Isoform):
 | infektiöse Prionen (z.B. primär durch Nahrung aufgenommen) → katalysieren
eine Konformationsumkehr von PrPC (der natürlichen Form, die
der Organismus selbst bildet) zu PrPSc (infektiösen
Prionen-Proteinen)
→ Anstoßen einer Kaskade
(Umwandlung "gesunder" in "kranke" Isoformen) →
Dominoeffekt mit fatalem Effekt |
 | ß-Faltblatt-Struktur |
 | amyloidartige Ablagerungen |
 | Proteaseresistenz
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 | Prionen enthalten keine Nukleinsäuren |
 | hitzeresistent (über 100° Celsius) |
 | beständig gegen viele
Desinfektionsmittel |
 | beständig gegen radioaktive Strahlung |
Krankheit:
 | Frühstadium →
psychopathologische Symptome dominieren:
 | Gedächtnis-, Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen |
 | ängstlich agitierte Zustandsbilder |
 | Schlafstörungen |
 | Persönlichkeitsveränderungen |
 | Halluzinationen |
 | Wahnvorstellungen |
 | Depressionen
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 | mehrjähriger Verlauf:
 | neurologische Ausfälle:
 | Gang-, Sprachstörungen |
 | unkontrollierbare Muskelbewegungen (Chorea) |
 | unkoordinierte Bewegungen (Ataxie) |
 | unkontrollierbare Muskelzuckungen (Faszikulationen), die durch Reize ausgelöst werden können |
 | generalisierte Krampfanfälle |
 | Lähmungen |
 | Myoklonien |
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 | progrediente Demenz |
 | motorische Störungen mit Pyramidenbahnzeichen (spastische Muskellähmung)
bis hin zur
Dekortikationsstarre (Enthirnungsstarre)
 | Sehstörungen |
 | CJK endet immer tödlich innerhalb von wenigen Monaten |
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Diagnostik:
 | Histologie:
 | runde Löcher im Nervengeflecht (schwammartige Ausbreitung) |
 | labyrinthischen Fraß und blütenartig wuchernde Strukturen |
 | spongioforme Veränderungen des Neuropils mit Neuronenverlust und
Astrozytenproliferation |
 | Amyloidplaques |
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 | CCT/MRT:
 | kortikale Atrophie
 | schwammartigen Veränderungen
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 | EEG:
 | neue Form (nvCJD): im Vollbild bilateral synchrone rhythmische Komplexe aus biphasischen
Wellen mit steilen Abläufen
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sporadischen Form (sJCD): triphasische Komplexe, später diffuse Verlangsamung
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 | Übertragung auf Versuchstiere:
 | nicht bei allen Formen möglich (Inkubationszeit?) |
 | Liquor:
 | Nachweis bestimmter Eiweiße in der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit
(14-3-3 Protein) |
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Therapie:
 | symptomatisch |
Referenzzentrum:
 | Konsiliarlaboratorium für spongiforme Enzephalopathie in Kombination mit
einem Surveillance-Zentrum für die CJK (SZG) an der Neurologischen Klinik
und Poliklinik der Georg-August-Universität Göttingen |
Meldepflicht:
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