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Synonym:
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HSV |
Material:
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1 ml Serum |
Norm:
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Test
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Norm
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HSV-KBR
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<1:40
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HSV-1-IgG-ELISA
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negativ
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HSV-2-IgG-ELISA
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negativ
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HSV-1/HSV-2-IgM-ELISA
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negativ
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HSV-1-IgG-Westernblot
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negativ
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HSV-2-IgG-Westernblot
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negativ
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HSV-1-IgM-Westernblot
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negativ
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HSV-2-IgM-Westernblot
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negativ
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Bewertung:
 | CAVE: Kreuzreaktionen zwischen HSV-I und HSV-II treten häufig
auf.
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IgM
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IgG
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KBR
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akute primäre Infektion
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meist erhöht
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signifikanter Titeranstieg bei Kontrolle nach 1-2
Wochen
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↑
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ausgedehnte Rezidive
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oft erhöht
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signifikanter Titeranstieg bei Kontrolle nach 1-2
Wochen
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↑↑↑
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kleine lokalisierte Rezidive
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IgM-Anstieg seltener
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oft kein Anstieg
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zurückliegende (latente) Infektion
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normal
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erhöht
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Morphologie des Virus:
 | 120 bis 180 nm groß |
 | Herpes-Simplex-Virus (HSV)-Serotypen:
 | HSV-1 |
 | HSV-2 |
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 | Die meisten Polypeptide beider Typen weisen antigene
Verwandtschaft auf |
 | Die Basensequenz von HSV-1 und HSV-2 ist zu 50% homolog. |
Pathogenese:
 | Primärinfektion → Persistenz →
(eventuell) endogene Reaktivierung
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 | Primärinfektion:
 | das Virus dringt über Haut- oder Schleimhautläsionen in
den Organismus ein und vermehrt sich am Eintrittsort in Keratinozyten oder
Epithelzellen
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 | Persistenz:
 | Sowohl bei Erkrankten als auch bei symptomfreien
Infektionen wandern Virionen über die freien Nervenendigungen intraaxonal
zentripetal entlang der Nervenbahnen zu den sensorischen Ganglien, wo sie
latent verbleiben |
 | Bevorzugte Latenzorte:
 | HSV-1: Kopf- und Zervikalganglien (besonders das Ganglion Gasseri) |
 | HSV-2: Sakralganglien
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 | (endogene) Reaktivierung:
 | Auslöser (Beispiele):
 | Fieber |
 | Menstruation |
 | UV-Strahlung |
 | Traumen |
 | immunsuppressive Therapien |
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 | es kommt zu einer Reaktivierung der Viren in den Ganglien |
 | zentrifugalem Transport der Virusgenome in die Peripherie |
 | erneute Virusreplikation (Herpes recurrens oder recidivans) |
 | Klinik:
 | symptomatische Verläufe |
 | asymptomatische Virusausscheidung ebenfalls möglich: |
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Epidemiologie
 | HSV-1:
 | Primärinfektionen mit erfolgen in Abhängigkeit von
sozioökonomischen Verhältnissen häufig im Kindesalter |
 | nur etwa 10% der Infektionen werden von klinischen
Symptomen begleitet, 90% der Infektionen verlaufen stumm (Infektionsquellen!) |
 | Der Durchseuchungsgrad der Erwachsenen mit HSV-1 erreicht
90 bis 95%
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 | HSV-2:
 | Die Infektion mit HSV-2 erfolgt durch sexuelle Kontakte,
die Durchseuchung beginnt also erst nach der Aufnahme Aktivität. |
 | 20 bis 30% der erwachsenen Bevölkerung und bis zu 80%
der Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern sind mit HSV-2 infiziert |
 | Die Inzidenz rezidivierender HSV-Infektionen liegt bei 10
bis 20% |
 | Die HSV-2-Infektion verläuft überwiegend symptomatisch. |
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Übertragungswege:
 | HSV-1:
 | Hautkontakt |
 | Tröpfchen- oder Schmierinfektion
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 | HSV-2:
 | sexuelle Kontakte |
 | Infektionsquellen:
 | erkrankte Personen |
 | gesunde Virusausscheider |
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Inkubationszeit:
 | 2-10 Tage (im Mittel 4 Tage) |
Klinik:
 | Prodromi:
 | Charakteristisch sind Spannungsgefühl bis Schmerzen an
den betroffenen Stellen.
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 | Klinik der HSV-1-Infektion:
 | Herpes simplex (Herpes labialis, Herpes facialis, Herpes integumentalis):
 | häufigste Form eines Herpes recurrens oder recidivans |
 | ca. 10 bis 20% der Menschen betroffen. |
 | Heilung in der Regel nach ein bis drei Wochen. |
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 | Gingivostomatitis herpetica:
 | häufigste Erkrankung nach Primärinfektion bei Kindern |
 | Heilung nach zehn bis 20 Tagen. |
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 | Ekzema herpeticum:
 | tritt bei Patienten mit endogenem Ekzem nach
Primärinfektionen und als Herpesrezidiv auf |
 | breitet sich über große Hautareale aus |
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 | Keratokonjunktivitis herpetica:
 | nach Primärinfektion und als rekurrierender Herpes |
 | klinisch typisches scheibenförmiges Ödem und
bäumchenartig verzweigte Trübung der Hornhaut |
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 | Herpes corneae |
 | Enzephalitis:
 | häufigste nekrotisierende Enzephalitis |
 | fast ausschließlich durch HSV-1 hervorgerufen. |
 | zu 30% nach Primärinfektionen und zu 70% als
rekurrierender Herpes |
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 | Klinik der HSV-2-Infektion:
 | Vulvovaginitis |
 | Herpes genitalis:
 | Vulvovaginitis, Balanitis |
 | hauptsächlich durch HSV-2 hervorgerufen, in etwa 3% der
Fälle läßt sich HSV-1 isolieren |
 | Tritt nach Primärinfektion und als Herpesrezidiv auf und
gehört zu den am häufigsten sexuell übertragenen Infektionen (STD) |
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 | Proktitis:
 | meist sexuelle Übertragung. |
 | tritt nach Primärinfektion und als rekurrierender Herpes
auf. |
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 | Ekzema herpeticum |
 | Herpes-Sepsis des Neugeborenen (Herpes neonatorum)
 | perinatale Infektion bei genitaler Herpeserkrankung der
Mutter |
 | bei Pflege des Neugeborenen in den ersten Lebenstagen
durch eine an Herpes simplex erkrankte Person |
 | der Befall der inneren Organe geht meist von eine
Virämie durch eine oft unbemerkt bleibenden Stomatitis herpetica aus. |
 | regelmäßig Leberbeteiligung |
 | Letalität (unbehandelt): 50 bis 70% |
 | Bei erwiesenem Genitalherpes der Mutter sofortige
Aciclovir-Therapie des Neugeborenen, auch bei Kaiserschnitt-Entbindung. |
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 | Meningoenzephalitis (siehe Herpes-Simplex-Antikörper im Liquor)
 | In der Regel durch HSV-2 verursacht |
 | meist als endogene Reinfektion |
 | häufig von einem Herpes genitalis begleitet |
 | Heilung nach zwei bis vier Wochen. |
 | siehe auch: Herpes-Simplex-Antikörper im Liquor
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 | Schwangerschaft:
 | Erhöhte Spontanabortrate oder Frühgeburt möglich |
 | Bei Reaktivierung in der Schwangerschaft infizieren sich
ca. 5 % der Feten während der Geburt (Indikation für Sectio). |
 | Bei Primärinfektionen in der Schwangerschaft (bis zu 50
% ohne Symptome!) infizieren sich ca. 50 % der Feten während der Geburt
(Indikation für Sectio). |
 | Herpes Simplex-Embryo-Fetopathie:
 | sehr selten nach HSV-1- oder HSV-2- Primärinfektion in
der Schwangerschaft. |
 | schwere Mißbildungen und Nekrosen am Gehirn, Auge und an
den inneren Organen. |
 | Abort, Totgeburt oder Tod des Neugeborenen oft nach wenigen
Tagen oder Wochen |
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 | siehe Schwangerschafts-Infektionen
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 | Disseminierte Infektionen:
 | bei Immunsupprimierten |
 | durch HSV-1 als auch durch HSV-2 verursacht |
 | meist als Folge einer Reaktivierung latenter
HSV-Infektionen |
 | Streuung des Virus in die inneren Organe über eine
Virämie mit regelmäßigem Befall der Leber |
 | Wegen des oft tödlichen Verlaufes sofortige intravenöse
Aciclovir-Therapie einleiten |
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Immunität:
 | zelluläre und humorale Immunität nach Primärinfektion
schützen nicht vor Infektion mit dem heterologen Typ |
 | Reaktivierungen latenter HSV-Infektionen in den Ganglien
werden ebenfalls nicht verhindert. |
Therapie
 | Indikationen für parenterale Aciclovir-Therapie:
 | Herpesenzephalitis |
 | ausgedehnte mukokutane Herpesläsionen |
 | disseminierte Herpesinfektionen bei Immunsupprimierten
und Neugeborenen
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 | Indikationen für orale Therapie:
 | Suppressionstherapie beim rezidivierenden Herpes
genitalis |
 | Medikamente:
 | Aciclovir (oral) |
 | Famciclovir (Prodrug der Wirksubstanz Penciclovir) |
 | Valaciclovir (Prodrug von Aciclovir)
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 | topische Behandlung
 | Wirkstoffe:
 | Aciclovir- und Foscarnet-Natrium-haltige Cremes |
 | Die Keratokonjunktivitis herpetica kann mit Augensalben
behandelt werden, die Aciclovir, Idoxuridin oder Trifluoridin enthalten. |
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Meldepflicht:
 | keine |
Prophylaxe:
 | Direkte Körperkontakte mit Erkrankten vermeiden. |
 | An Herpes erkranktes Personal von der direkten
Krankenpflege, besonders im Kreißsaal und auf Neugeborenenstationen, fern
halten. |
Weitere Untersuchungen:
 | Bei Herpes genitalis siehe auch:
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 | Bei Meningoenzephalitis siehe:
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Siehe auch:
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